Gründung der Pawlowski Kunst- und Kulturstiftung 2018


Nach dem Tod von Herrn Jacek Pawlowski am 03.03.2018 wurde die Altrewa Bürgersstiftung vom Amtsgericht Neustadt a. Rbge. darüber informiert, dass sie zu den Erben des Ehepaares Jacek und Ingrid M. Pawlowski gehört. Frau Pawlowski verstarb bereits einige Jahre vor ihrem Mann. Jacek Pawlowski war ein Neustädter Unternehmer und seine Frau eine regional bekannte Künstlerin.
In den handgeschriebenen Testamenten wurde verfügt, dass das Wohnhaus des Ehepaares in der Bordenauer Straße, ein bedeutender Teil des Vermögens sowie der künstlerische Nachlass von Ingrid Pawlowski in einer neu zu gründenden Stiftung unter dem Dach der Altrewa Bürgerstiftung einfließen sollten. Die Verantwortlichen der Altrewa Bürgerstiftung gründeten daraufhin in Jahr 2018 die Pawlowski Kunst- und Kulturstiftung als eine Treuhandstiftung der Altrewa Bürgerstiftung, mit dem Ziel, Kunst, Kultur und Bildung in Neustadt a. Rbge. zu fördern. Das Stiftungsgeschäft und die Satzung wurden am 29.10.2018 vom Vorstand der Bürgerstiftung und dem Testamentsvollstrecker unterzeichnet.

Finanzierung und Realisierung des Mahnmals zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Neustadt a. Rbge.
Die Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden in Neustadt a. Rbge. hatte eine längere Vorgeschichte. Auf Initiative des Arbeitskreises Weiße Rose und der Stadt Neustadt a. Rbge. wurde bereits 2008 ein Wettbewerb am Gymnasium Neustadt ausgerichtet, in dem Schüler einen Denkmalentwurf erarbeiteten und vorstellten. Ausgewählt wurde der Entwurf einer Stele aus drei schräg aufeinander verkanteten quadratischen Stahlplatten, auf denen die Namen der Opfer zu lesen sind. Die fragil und schwebend wirkende Konstruktion sollte auf einer Granitplatte montiert werden. Der Neustädter Unternehmer und Künstler Jacek Pawlowski steuerte statische Berechnungen und einen Kostenvoranschlag bei. Die Realisierung des Entwurfs scheiterte jedoch zunächst an der Finanzierung.
Im Jahr 2017 nahmen die Neustädter Politikerinnen Heidi Sommer und Ute Lamla
unter dem Motto „Erinnerung braucht einen Ort“ einen neuen Anlauf für die Errichtung eines Mahnmals. Dazu starteten sie einen Spendenaufruf in der lokalen Presse. Nach Rücksprache mit dem Stiftungsvorstand bot der Stifter Alfried Kostrewa an, dass die Stiftung die Finanzierung garantieren würde, wenn – anders als im Rat beschlossen – ein angemessenerer, prominenterer Standort für das Mahnmal in der Stadtmitte gefunden würde.
Das Angebot der Altrewa Bürgerstiftung wurde zunächst nicht ernst genommen. Denn, statt ins Gespräch mit der Stiftung und dem Rat der Stadt Neustadt zu gehen, initiierten die Politikerinnen Anfang 2018 einen weiteren Spendenaufruf. Das Angebot der Stiftung wurde in dieser Initiative nicht erwähnt. Mit einem Ertrag von etwa 2000,- € konnte auch diese Spendenaktion nicht annähernd den erforderlichen Finanzierungsbetrag aufbringen. Hierauf machte die Stiftung ihre Finanzierungsabsicht öffentlich und löste in der lokalen Presse eine lebhafte Diskussion über das Thema aus.
Der Neustädter Bürgermeister schlug daraufhin die Einrichtung eines Arbeitskreises vor, in dem Vertreter der Bürgerstiftung, des Arbeitskreises Regionalgeschichte, der Ortsbürgermeister, die beiden Politikerinnen Lamla und Sommer sowie Vertreter der Verwaltung teilnehmen sollten. Der Arbeitskreis hatte das Ziel, die Errichtung des Mahnmals rechtzeitig zum 80sten Jahrestag der Reichspogromnacht auf den Weg zu bringen. Auf Betreiben der Bürgerstiftung beschloss der Ortsrat einen neuen Standort für das Mahnmal, nicht auf einer abgelegenen Wiese am Erichsberg, sondern an prominenter Stelle in der Fußgängerstraße zwischen den Brücken. Die Altrewa Bürgerstiftung finanzierte den Großteil des Projektes. Der Arbeitskreis konnte nun den Landartkünstler Frank Nordiek und sein Team mit der Überarbeitung und Fertigstellung des Siegerentwurfs aus dem Schülerwettbewerb von 2008 beauftragen. Das Denkmal wurde rechtzeitig zum 09.11.2018 aufgestellt und feierlich eingeweiht.

