Gasse zur Kunstmeile

„Konarskismus“ mitten in der Stadt. Altrewa-Stiftung stiftet Kunst zum stehenbleiben.

Er kennt seine Neustädter – und er nimmt sie gern einmal auf die Schippe. Der Maler Marek Konarski hat sich mit vielen Ausstellungen und Aktionen im Neustädter Land längst einen Namen gemacht. Jetzt sind Bilder von ihm – quasi en passant – zu sehen: In der von vielen Innenstadtbesuchern genutzten kleinen Passage zwischen dem Modehaus Wage und der Bäckerei Raute ist „Konarskismus“ unter freiem

Himmel zu bewundern. Alle neun Werke zeigen Neustädter Stadtleben, gewürzt mit der dem Künstler eigenen Portion Humor. Da ist der Brunnen auf dem Heini-Nülle-Platz, dessen Namengeber so garkeiner kennt, Konarski hat bereitseinen anderen Vorschlag parat. Unter dem Titel „Illusion“ hat der Künstler sogar ein neues Rathaus aus dem Boden gestampft. Hier lohnt sich allerdings – wie bei allen Konarski-Bildern – das genaue Hinsehen. Finanziert hat die „Straßenkunst“ mitten in der City die Altrewa-Stiftung, die ’sich seit nunmehr zehn Jahren dem sozialen Engagement ebenso wie Kunst und Kultur verschrieben hat. „Wir wollen die Neustädter einladen, einfach einmal stehen zu bleiben“, erklärt der Stiftungsvorsitzende Willi Ostermann bei der Eröffnung.

Neustädter Zeitung 2012


Mahnmal

Die Altrewa Bürgerstiftung hat sich Anfang 2018 entschlossen, die jahreslangen Bemühungen des Arbeitskreises Regionalgeschichte e. V. um ein öffentliches Gedenken an die Opfer des Holocaust in Neustadt und die Errichtung eines Mahnmales zu unterstützen. Die erforderliche Geldsumme für ein solches Mahnmal ist trotz zahlreicher Spenden nie auch nur annähernd erreicht worden.

Auf Anregung des Stifters, Alfried Kostrewa, hat die Altrewa Bürgerstiftung Neustadt a. Rbge. beschlossen, den Bau des Mahnmales durch eine Finanzierungsgarantie und eine Spende in fünfstelliger Höhe sicherzustellen. Damit kann das Mahnmal für die jüdischen Opfer des Nazi-Terrors vor dem 80. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November verwirklicht werden. Es wird am Sonntag, 4. November 2018 auf dem Platz „Zwischen den Brücken“ eingeweiht.

Der Rosenkrug in Neustadt

Geschäftssitz der Stiftung

Die Wurzeln dieses historischen Fachwerkbaus reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert. Nachdem der ursprüngliche Bau einem Band zum Opfer gefallen ist, ist um 1800 das jetzige Fachwerkhaus errichtet worden. Der Legende nach stammte das Baumaterial dazu von dem ehemaligen Jagdschloss Linsburg, dass Ende des 17. Jahrhunderts auf Abriss verkauft worden war. Der Rosenkrug hat demnach seine Wurzeln im Hannoverschen Königshaus.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte der Bau die unterschiedlichsten Funktionen: er war Krugwirtschaft mit der Möglichkeit, Kutschpferde zu wechseln, diente als Wohnhaus für die Gründer der Neustädter Hüttengesellschaft. Um 1900 wurden hier Torfmoos-Präparate hergestellt und ab 1937 mietete sich die Mädchenabteilung der Neustädter Landwirtschaftsschule in der unteren Etage des Rosenkruges ein, bei alten Neustädtern heute noch als „Puddingschule“ bekannt. Er war Sitz des Kreisheimatmuseums und der Kreisbildstelle, diente Flüchtlingen als Unterkunft und immer wieder wechselten die Besitzer.

Alfried Kostrewa hat das heruntergekommene Gebäude Mitte der 1990er Jahre erworben und in eine Kunstgalerie für seine Altrewa Kunstsammlung umbauen lassen. Heute ist der stattliche Fachwerkbau unter einem großen Walmdach ein architektonisches Schmuckstück der Stadt. Vor dem Rosenkrug wächst die Stiftungsweide, die während des Festakts zur Stiftungsgründung gepflanzt worden ist.

Die Kunstgalerie