Picasso in der Region Hannover? Das klingt absurd
… aber Picassos Kunst – vor allem sein berühmtes Gemälde „Guernica“ – spielte und spielt hier immer wieder in historischen und politischen Debatten eine wesentliche Rolle. Der Grund: Die unverteidigte Stadt wurde am 26. April 1937 während des Spanischen (Bürger-) Krieges in einem mehrstündigen Luftangriff durch Kampfflieger der deutschen Legion Condor fast vollständig zerstört. Ein Teil der Täter kam aus der Region Hannover, sie waren auf den Fliegerhorsten Wunstorf und Langenhagen ausgebildet worden. Picasso nannte ein Gemälde, das er für den Pavillon der spanischen Republik auf der Weltausstellung in Paris 1937 schuf, einfach nur „Guernica“ und machte den Namen weltweit bekannt. Nazi-Medien auch in der Region Hannover berichteten damals ausführlich über die Zerstörung der Stadt, stritten aber jegliche deutsche Verantwortung ab; das Bild „Guernica“ stigmatisierten sie als „entartete Kunst“ und Picasso als „Kulturbolschewisten“. Nach 1945 wurde in Westdeutschland jahrzehntelang über die Verbrechen der Wehrmacht geschwiegen und Picasso und sein berühmtestes Bild sorgte immer noch für Kontroversen. Anlässlich des 50. Todesjahres von Picasso wollen wir auf diese Geschichte aufmerksam machen.
