Der Neustädter Stifter und Kunstsammler Alfried Kostrewa ist tot. Er starb am 14. November 2023 im Alter von 90 Jahren nach einem bewegten und erfüllten Leben. Geboren 1933 in Masuren (heute Polen), floh Kostrewa als Kind mit seiner Familie kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Ostfriesland. In seiner neuen Heimat leistete er als Jugendlicher Schwerstarbeit im Torfkraftwerk Wiesmoor und erlernte anschließend den Beruf des Maurers und Zimmermanns.
Nach dem Abschluss der Ausbildung entschied er sich jedoch, in Wuppertal Theologie zu studieren. Er arbeitete dann zunächst als Missionspfarrer der Hermansburger Mission, bevor er Ende der 1960er Jahre evangelischer Pastor in Steinhude am Meer, später in Bordenau und Poggenhagen wurde. Vielen Neustädterinnen und Neustädtern und auch den älteren Menschen in Steinhude ist Alfried Kostrewa als unkonventioneller und engagierter Pastor oder auch als Lehrer für Religion und Alte Geschichte am Gymnasium in Neustadt in Erinnerung.
Kostrewa legte sein Pastorenamt Anfang der 1980er Jahre nieder und arbeitete zunächst als Lehrer und freier Trauerredner, dann auch als Makler. Mit der Übernahme eines sanierungsbedürftigen Pflegeheimes in Affinghausen 1984 nahm seine berufliche Laufbahn ein weiteres Mal eine Wende. In den kommenden zwölf Jahren baute er mit viel Engagement und Risikobereitschaft ein Unternehmen mit sieben Pflegeheimen und einer Rehaklinik auf. Diese Einrichtungen verkaufte er 1996 aus gesundheitlichen Gründen. 2008 übernahm Kostrewa das Senioren- und Pflegheim in Affinghausen ein zweites Mal und baute es zu einer Pflegeeinrichtung für an Demenz erkrankte Menschen um. Der Altrewa Gutshof wird seit 2004 von seinem ältesten Sohn geführt.
Kostrewa war ein engagierter Bürger, der sich auch politisch einbrachte. So saß er vom 1. November 1996 für knapp zwei Jahre für die UWG im Neustädter Stadtrat und war in der Zeit auch stellvertretender Ortsbürgermeister der Kernstadt.
Sein soziales Engagement ließ ihn nicht nur als Unternehmer verantwortungsvoll handeln, sondern veranlasste ihn 2002 dazu, nun als Privatier, die unabhängige und gemeinnützige Altrewa Bürgerstiftung zu gründen. Diese Stiftung hat die Aufgabe, die soziale und kulturelle Entwicklung der Stadt Neustadt am Rübenberge und ihrer Bürgerschaft zu fördern.
Räumlicher Mittelpunkt des Wirkens von Alfried Kostrewa war der historische Rosenkrug an der Nienburger Straße, unter dessen Dach neben dem Geschäftssitz der Altrewa Bürgerstiftung, die Altrewa Gutshof GmbH sowie die Pawlowski Kunst- und Kulturstiftung beheimatet sind. Das in den 1990er Jahren von Kostrewa erworbene und sanierte Fachwerkhaus beherbergt darüber hinaus seine private Kunstsammlung vornehmlich niedersächsischer Künstler, die eine enge persönliche Verbindung zu ihm hatten. Die Sammlung wird wissenschaftlich betreut und in den vorhandenen Galerieräumen wird das Neustädter Kulturleben mit Ausstellungen und Veranstaltungen bereichert.
Mit Alfried Kostrewa ist ein engagierter Unternehmer und eine sozial denkende und handelnde Neustädter Persönlichkeit verstorben. Er hinterlässt seine Frau, drei eigene und drei angeheiratete Kinder sowie zahlreiche Enkel- und Urenkel.
Vielen Dank für die Beiträge der Neustädter Presse:
Neustädter Zeitung vom 02.12.2023:

HAZ – Leine Zeitung vom 29.11.2023:

